Team oder Mannschaft?
Campen oder zelten?
Seit längerer Zeit gibt es immer wieder heftige Diskussionen über den Gebrauch von Anglizismen im Deutschen. Und nicht bei allen Wörtern sind diese so offensichtlich wie bei diesen zwei Beispielen. Eher gebrauchen wir englische Wörter schon so häufig, dass wir es gar nicht mehr richtig wahrnehmen und sie nicht einmal mehr ohne Probleme ins Deutsche übersetzen könnten.
Wie wäre es zum Beispiel bei dem Wort „Toast“?
Sehr abwegig ist es, das beliebte Frühstücksbrot als „geröstetes Weißbrot“ zu bezeichnen, wobei das wohl die treffendste und noch kürzeste Bezeichnung wäre.
Oft wird gewettert über den Verlust der deutschen Sprache, doch genauso ist immer wieder die Rede von internationaler Zusammenarbeit. Alle Länder der EU sollen die gleiche Währung haben, doch bei einzelnen Wörtern, die im Deutschen nicht einmal existieren, wird schon gemeckert?
Fremdwörter aus verschiedenen Sprachen sind nichts Neues. Sollten wir uns doch freuen, dass englische Begriffe uns helfen, unsere eigene Sprache zu vervollständigen und uns vor sprachlichen Engpässen bewahren.
Hiervon mal abgesehen wird die englische Sprache für uns Deutsche immer wichtiger und auch populärer. Jedes Jahr gehen Massen an Schülern und Studenten in die USA, nach England, Australien, Neuseeland, um ihr Englisch aufzubessern. Gut ist es doch, wenn sich allen die Möglichkeit bietet, schon einen Grundwortschatz im Englischen zu besitzen. Zugegebenermaßen kann man dieses Argument auch benutzen, um die Gegner des Anglizismus zu unterstützen. Das Wort „wellness“ beispielsweise wird von Engländern weniger mit Massagen und schlammigen Gesichtspackungen assoziiert, da es lediglich „Wohlbefinden“ bedeutet.
Ebenso das von uns so gut wie täglich gebrauchte Wort „Handy“. Da hat schon so mancher Engländer verwirrt aus der Wäsche geschaut, denn „handy“ ist eigentlich ein Adjektiv und etwas, was handlich und praktisch ist, ist nicht zwangsläufig ein Mobiltelefon. Somit hat einer, der behauptet, einige Anglizismen verschlechterten das Englisch der Deutschen nur noch, nicht ganz Unrecht.
Tatsache ist: Englisch war, ist und wird auch die erste und wichtigste Sprache der Welt bleiben. Da können wir tun, was wir wollen. Wer Englisch kann, dem steht die Welt offen! Wer kein Englisch kann, wird schon auf Urlaubsreisen ins Ausland erhebliche Verständigungsprobleme haben. Fraglich ist also, ob es hilfreich ist, sich von dieser Sprache möglichst weit zu distanzieren.
Außerdem: Unsere Sprache wird sich, wie auch in den letzten Tausenden von Jahren, immer wieder weiterentwickeln, warum also nicht in Richtung Englisch
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Artikel druckenDieser Beitrag wurde am 30. Oktober 2010 von Attila erstellt.



One Response to “Anglizismus – nein danke?”
Intarix said...
Camping oder zelten? In Deutschland in man da noch etwas gründlicher
. Da heißt es ja Campingplatz; abgeleitet von dem Wort campus = Platz, Ort … traut man sich selbst nicht mehr und verdeutlicht das Ganze indem man “platz” noch mal hintendran hängt. Campingplatz=Platzplatz.
Noch schlimmer ist es mit dem Wort “public viewing” das es fast zum Wort des Jahres 2006 geschafft hätte. In England wird darunter etwas ganz anderes verstanden, nämlich die öffentliche Präsentation von verstorbenen.
Englische Worte scheinen dem Zeitgeist zu entsprechen.