Immer dann, wenn man im therapeutischen Prozeß bzw. im Coaching an einen Punkt der Stagnation kommt, der mit einem Gefühl verbunden ist, sich festgefahren zu haben, keine Ideen für das weitere Vorgehen mehr entwickeln zu können, empfiehlt sich die Jokerfrage.
Diese Frage kann sofern sie nicht zu häufig gestellt wird helfen, den Coaching- Prozeß wieder in Gang zu bringen. Ihre Wirkung verpufft, wenn sie zu inflationär gestellt wird. Für Therapeuten und Coaches ist die Frage ein kleines „Self-Care-Instrument“.
Die Jokerfrage ist denkbar einfach!
Die sich daran anschließende Konversationsfigur ebenfalls.
„Das, was jetzt gerade geschieht – ist das eher etwas Altes, Bekanntes oder etwas Neues?“
In 95 % der Fälle wird man zur Antwort erhalten, daß das, was sich gerade abspielt, alt und bekannt ist.
Das ermöglicht im Anschluß folgende Frage:
„Und – ist das gut, was jetzt passiert?“
Meist wird man zur Antwort ein
„Nein“ erhalten,
sodaß sich als Folgefrage anbietet:
„Was wäre denn jetzt was Neues?“,
„Welche Aussage/welches Verhalten von Ihnen selbst oder von mir würde Sie jetzt völlig überraschen,
weil es so in dieser Situation noch nie geschehen ist?“
Im Fall einer festgefahrenen Paartherapie (hier ist die Frage besonders gut nutzbar) kann auch zirkulär gestellt werden:
„Was denken Sie, womit würden Sie Ihren Partner völlig überraschen?
Und umgekehrt, haben Sie eine Idee, was Ihr Partner tun würde, was Sie als ganz neu erleben würden?“
So läßt sich eine Konfrontation mit einer Herausforderung verbinden. Dabei ist es wichtig, als Therapeut / Coach neutral gegenüber dem Ergebnis zu sein. Es ist keineswegs erstrebenswert, immer etwas Neues einzuführen, im Gegenteil, es kann wichtig sein, darüber nachzudenken, wofür das, was da „immer wieder“ passiert, gut ist:
„Was ist gut daran, daß sich so eine Art von Situation immer wiederholt?
Was wäre evtl. ein Risiko, in etwas Neues, ganz Unbekanntes vorzustoßen?“
Haben Sie die Fragen schon ausprobiert? Ich freue mich über Ihre Erfahrung zu hören!!!!
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Artikel druckenDieser Beitrag wurde am 25. Oktober 2010 von Attila erstellt.



2 Responses to “Die Jokerfrage im Coaching”
Marianne said...
Vielen Dank- ich dachte, ich bin schon mit vielen Wassern gewaschen, aber die Frage “was jetzt überraschen würde” drucke ich mir aus oder tätowiere es gleich auf die Hand. Wirklich gutes Tool, wenn es sich mal im Kreis drehen sollte bzw. Klienten im Stuck state sind.
Marianne
attila said...
Es freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat. Was hälst du von meinen Konfliktartikeln? Ich suche gerade nach neuen Themen, die ich auf dem Blog posten möchte.
Viele Grüße
Attila